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Heute gut und morgen arm

14.06.2021 · Mitteilungen aus dem Rathaus

Wanderausstellung zum Thema "Minijob" in der Stadtbibliothek Röthenbach virtuell eröffnet

Wussten Sie schon: Wenn Sie zehn Jahre einen Minijob haben, dann bekommen Sie in der Rente 45 Euro monatlich. Diese und weitere Fakten zum Minijob zeigt eine Wanderausstellung mit dem Titel "Heute gut und morgen arm", die vom seit dem 14. Juni bis zum 3. Juli in der Stadtbibliothek Röthenbach am Geschwister-Scholl-Platz 1 zu sehen ist. Danach wandert die Ausstellung weiter in die Hauptverwaltung der Rummelsberger Diakonie in 90592 Schwarzenbruck, Rummelsberg 2.

„Heute gut und morgen arm“, darüber waren sich die Referent*innen bei der virtuellen Eröffnung der Wanderausstellung über Minijobs einig. Und: Minijobs sind für Altersarmut, gerade bei Frauen, in hohem Maße mit verantwortlich.

Die Ausstellung zeigt auf, warum Minijobs zwar willkommene Nebenverdienste oder Türöffner in den Arbeitsmarkt sein können, aber keine Dauerlösung sein sollten. Initiiert und gestaltet hat die Ausstellung ein interdisziplinäres Team aus Vertreter*innen der Bundesagentur für Arbeit, des Bündnisses für Familie im Nürnberger Land, der Gleichstellungsstelle des Landratsamtes, der Rummelsberger Diakonie, der Stadtbibliothek in Röthenbach und des Jobcenters im Nürnberger Land. Von allen Institutionen waren Vertreter*innen bei der virtuellen Ausstellungseröffnung, bei der sich rund 20 Teilnehmende über das Für und Wider von Minijobs informiert haben.

Laut Definition der Bundesagentur für Arbeit ist ein Minijob eine „Beschäftigung, bei der das Arbeitsentgelt 450 Euro monatlich nicht übersteigt. Die Anzahl der Stunden, die Minijobberinnen und Minijobber im Monat arbeiten dürfen, ergibt sich aus dem Stundenlohn. Wer einen Minijob ausübt, muss keine Beiträge an die Arbeitslosenversicherung abführen und zahlt nicht in die Sozialversicherung ein.“ Ein Minijob kann für Studierende und für Renter*innen ein guter Nebenverdienst sein oder auch der Türöffner in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung, so Annemarie Schön, Gleichstellungsbeauftragte der Rummelsberger Diakonie. „Eine Dauerlösung sollte der Minijob aber auf keinen Fall sein.“ Denn: „Ein Minijob sicher nicht die Zukunft“, so Annette Zimmermann vom Bündnis für Familie.

 „Schon in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen bekommen Frauen eine durchschnittlich niedrigere Rente“, fasste Claudia Köster von der Bundesagentur für Arbeit zusammen. „Ein dauerhafter Minijob ist der Weg in die Altersarmut.“ Anja Wirkner, die als Gleichstellungs- und Familienbeauftragte im Landkreis Nürnberger Land durch das Programm der Eröffnung führte, brachte es auf den Punkt: „Altersarmut ist weiblich!“ Gerade während der Corona-Pandemie, so Klaus Rudolf vom Jobcenter Nürnberger Land, seien die Nachteile von Minijobs sehr deutlich geworden. „Man kann schneller entlassen werden, bekommt kein Kurzarbeitergeld und arbeitet auch noch oft in Bereichen, die durch die Corona-Pandemie stärker belastet wurden, zum Beispiel in der Gastronomie.“

Anwesend bei der virtuellen Ausstellungs-Eröffnung war auch Landrat Armin Kroder, der aktuelle Zahlen aus dem Nürnberger Land mitbrachte: Fast zehn Prozent der 170.000 Einwohner*innen im Landkreis gehen demnach einem Minijob nach, davon 5.073 Frauen und 3.099 Männer als einzige Haupttätigkeit. „Das ist viel mehr, als ich gedacht hätte“, fasste Kroder zusammen. Er wünsche sich für die Zukunft, dass möglichst viele dieser Minijobs in sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten überführt werden können. „Man muss sich auf jeden Fall darüber informieren, was die langfristigen Folgen für die Lebenssituation sind“, so Dr. Tobias Gaydoul, Vorstand Finanzen bei der Rummelsberger Diakonie, der ebenfalls bei der Ausstellungseröffnung dabei war. Klaus Hacker, Bürgermeister von Röthenbach an der Pegnitz, bekräftigte diese Aussage. „Ein Minijob hat langfristig viele Nachteile. Ich wünsche mir, dass die Ausstellung die Leute erreicht, die das vielleicht gar nicht wissen.“

Bis zum 3. Juli wird die Ausstellung zunächst in der Stadtbibliothek in Röthenbach stehen, wo es weitere Informationen zum Thema, die Möglichkeit, sich beraten zu lassen und vertiefende Fachliteratur geben wird, so Sonja Wunder von der Stadtbibliothek. Bis zum 23. Juli wird die Ausstellung dann in den Räumlichkeiten der Hauptverwaltung der Rummelsberger Diakonie zu sehen sein.

Ansprechpartnerin
Annemarie Schön
Telefon 0151 28985349
E-Mail gleichstellungsbeauftragte@rummelsberger.net

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